Wolfgang Roick
Stark für Brandenburg.

Lausitz 2030: touristische Hochburg und wirtschaftliche Vielfalt

In einer aktuellen Serie von Gastbeiträgen interessiert sich die Lausitzer Rundschau dafür, wie sich die Menschen der Lausitz ihre Region im Jahr 2030 vorstellen.

Auch ich habe mal meine Gedanken und Vorstellungen in Worte gefasst:

Magnet für Touristen

Die Lausitz wird sich neben den vorhandenen Industriearbeitsplätzen als eine touristische Hochburg in Brandenburg etablieren. Das beginnt beim schattigen Spreewald und setzt sich über die bald   vollständig nutzbaren Seen fort. Gut befahrbare und abwechslungsreiche Radwege durchziehen das Land. Die Seenkette wird für jedes Publikum etwas bieten: für die Motorsportbegeisterten den Geierswalder See, für Segler und Surfer den Senftenberger See, am Sedlitzer See wird in  Werkstätten an Booten getüftelt, am Großräschner See lockt der endlos scheinende Strand Romantiker zum Spaziergang  und im Altdöberner See steigen Taucher in die Tiefe. Der Cottbuser Ostsee bietet für die Natur besonders artenreiche Flachwasserzonen und eine lange Strandpromenade, um diesen größten Brandenburger See auch gebührend bewundern zu können. An den Seen erholen sich natürlich nicht nur auswärtige Gäste,  sondern auch die hier zahlreich lebenden Bürgerinnen und Bürger.

Wirtschaftliches Rückgrat

Vielfältige Dienstleistungsarbeitsplätze, die öffentliche Verwaltung, aber eben auch noch zahlreiche Industriearbeitsplätze sowie das regionale Handwerk bestimmen das Leben in der Lausitz. Allerdings müssen wir dafür heute etwas tun, wie übrigens für die Ausgestaltung der Seen auch. Industriearbeitsplätze fallen nicht vom Himmel, sind aber das wirtschaftliche Rückgrat einer Region. Gezielte Veränderungen sind deshalb unumgänglich, um sich weiterzuentwickeln. An diesem Punkt des andauernden Strukturwandels sind wir als Region derzeit angekommen.

Heimische Ressource Braunkohle

Die Stromproduktion auf Basis unserer heimischen Ressource sollte schrittweise verringert werden – in Abhängigkeit vom  Alterungsprozess der heutigen Kraftwerke. Die Einbindung von überschüssiger Stromproduktion aus Sonne und Wind sollte jedoch weiterhin über den Kohlenstoffpfad erfolgen. Dieser stellt die natürlich gewollte Kreislaufwirtschaft dar, in der die Braunkohle ihren angestammten Platz hat. Auch die chemische Industrie ist ohne Kohlenstoff und Kohlenstoffverbindungen nicht überlebensfähig. Die klimafreundlichere stoffliche Umwandlung von Braunkohle in Gas oder Kraftstoffe ist noch aus früherer Zeit bekannt. Wir nutzen also weiterhin unseren heimischen Rohstoff,  in der Gesamtmenge jedoch nicht mehr so  intensiv wie derzeit und gleichzeitig dient das bestehende Gasnetz als Speicher. Für die existierende Industriegesellschaft ist damit keine kostenintensive neue Infrastruktur und Umwandlungstechnologie erforderlich. Hochwertige technologiebasierte Arbeitsplätze bleiben erhalten bzw. entstehen neu. Die Wertschöpfung und damit verbunden die Menschen bleiben in der Region. Die Lausitz ist vor dem Hintergrund der Klimaschutzziele, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einer vom Bundesumweltministerium beauftragten Leitstudie erstellt hat, weltweit ein Beispiel für die erfolgreiche Energiewende und stärkt so gleichzeitig  wieder den Tourismus.

 Ihr Wolfgang Roick

 

Wer mehr zur stofflichen Verwertung von Braunkohle wissen möchte, sollte hier weiterlesen.